Leishmaniose – kleine Ursache, unheilbare Erkrankung

Leishmaniose ist eine parasitäre Krankheit, die durch den Stich einer bestimmten Mücken-Art übertragen wird. Früher musste man sich in Deutschland über diese exotische Krankheit keine Gedanken machen, da diese Mückenart in Nordeuropa nicht vorkam. Nur bei einem Urlaub mit Hund im Mittelmeerraum musste man vorsorgen. Auch Tiere, die man von dort mitbrachte, adoptierte oder per Tierschutz rettete, konnten mit dieser unheilbaren Krankheit befallen sein. Inzwischen wurde aber auch bei Haustieren, die noch nie im Ausland waren, Leishmaniose diagnostiziert, der nördlichste Fundort der Sandfliege in Deutschland war erstmals 2014 in Hildesheim.

Auslöser für die Leishmaniose

Bei dem Stich der Sandmücke werden die Erreger Leishmanien übertragen. Dies hat zunächst keine Symptome außer jene, die bei einem normalen Mückenstich auch auftreten. Es können sich Beschwerden entwickeln, müssen aber nicht. Es gibt auch Hunde und Katzen, die mit Leishmanien infiziert sind, bei denen die Krankheit niemals ausbricht. Die Krankheitserreger schlummern im Blut und können zu unbestimmter Zeit ausbrechen, nach 1 Monat, 3 Monaten, aber auch nach einem oder mehreren Jahren. Wenn Sie einen Tierarzt fragen, was der beste Schutz gegen eine Leishmaniose-Infektion ist, werden Sie zur Antwort bekommen, dass Mückenstiche generell vermieden werden sollen. Am besten beugt man mit einem Repellent wie Spray oder Spot-on vor, damit die Mücken sich nicht nähern. Es gibt zwar einige empfohlene Behandlungen für die mit der Parasitose befallenen Tiere, aber diese sind nicht immer ausreichend wirksam und haben inakzeptable Nebenwirkungen. Die Impfung gegen Leishmania kann die Infektion der Leishmanien übertragenden Phlebotomus-Mücke nicht verhindern, nur die Symptome der Infektion abschwächen.

Arten der Leishmaniose

Bei der sich manifestierenden, also akut bestehenden Leishmaniose unterscheidet man zwischen der kutanen und der viszeralen Leishmaniasis. Die kutane Leishmaniosis zeigt vor allen Dingen Anzeichen des Befalls auf der Haut, von der viszeralen L. spricht man, wenn die Organe ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen sind oder werden, die schwerste Form der Leishmaniose ist das Black Fever – schwarzes Fieber. Dabei gibt es eine Vielzahl von Leishmaniose-Erregern.

Anzeichen kutane Leishmaniose:

  • Hyperkeratose, Verhornung der Haut
  • Hautveränderungen besonders in Augennähe
  • Depigmentierung, Pigmentstörung
  • Hautentzündungen
  • Rissbildung der Schnauze und der Pfoten
  • Krallen(aus)risse
  • Alopezie, Haarausfall
  • Intradermale Knötchen und Geschwüre

Anzeichen viszerale Leishmaniose:

  • Schwerer Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Anämie
  • Durchfall
  • Teer Kot
  • Erbrechen
  • Nasenbluten
  • Lustlosigkeit

Symptome von Leishmanien-Befall

Bei auftretenden Beschwerden wie Gewichtsverlust, Apathie, Appetitlosigkeit, Fieberschübe, Schwäche und geschwollenen Lymphknoten lässt sich aufgrund der unspezifischen Gesundheitsprobleme häufig gar kein Zusammenhang mit einem Mückenstich oder einem Auslandsaufenthalt herstellen. Oft liegt eben der Zeitpunkt der Übertragung der Parasiten und das Ausbrechen der Symptome weit auseinander. Hier hilft nur ein Bluttest weiter, der sowieso in jedem Fall die beste Diagnose für ein Haustier mit unspezifischen Leiden ist. Ist die Leishmanniose diagnostiziert, wird der behandelnde Tierarzt Präparate wie Miltefosin, Allopurinol oder Glucantim verschreiben. Zusätzlich soll eine Purin-arme Diät die Beschwerden lindern. Allerdings haben diese Medikamente teilweise schwere Nebenwirkungen und die Leischmaniose kann nicht geheilt werden. Die Behandlung einer Leishmanien-Infektion strebt immer nur die Reduzierung der Symptome und Nebenwirkungen der Erkrankung an, denn die Erkrankung selbst ist unheilbar. Ziel der Therapie ist die Anzahl der Parasiten zu reduzieren, also zu töten bzw. die Vermehrung im Körper zu stoppen, also ihnen die Vermehrungsgrundlage zu nehmen. Dafür braucht es Wirkstoffe, die in der Lage sind, Parasiten zu töten sowie ein gesundes Immunsystem. Das Hauptziel sollte es sein, die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken. Der immunologische Zustand eines mit Leishmania infizierten Tieres ist also ein wichtiger Faktor im Behandlungserfolg. Unbehandelt kann die ausgebrochene Leishmaniose-Krankheit innerhalb weniger Monate zum Tod des Tieres führen.

Bei Leishmaniase immer das Immunsystem stärken!

Da die bisher zur Behandlung zur Verfügung stehenden Medikamente bei bescheidener Wirksamkeit starke Nebenwirkungen haben und die Parasiten bereits Resistenzen gebildet haben können, empfiehlt es sich auf jeden Fall immer, das Immunsystem zu stärken. Ausdrücklich raten wir nicht von einer schulmedizinischen Behandlung ab! Dieser Beitrag gilt der Information über zusätzliche pflanzliche Kräutermedizin. Pflanzen besitzen mehrere sekundäre Pflanzenstoffe, die die Pflanze vor Umwelteinflüssen und Fressfeinden schützen. Werden diese Pflanzenstoffe von Menschen, Tiere oder anderen Säugetieren verzehrt oder äußerlich angewendet, unterstützen sie die Gesundheit, wirken gegen Krankheiten und bauen das Immunsystem auf. Sie nützen bei Erkrankungen und Parasitosen und aktivieren das immunologische System. Zahlreiche pflanzliche bioaktive Verbindungen weisen eine Vielzahl von pharmakologischen Aktivitäten auf. Zu den bereits in Tausenden von Studien untersuchten medizinischen Pflanzenstoffen gehören Terpenoide, Flavonoide, Alkine, Alkaloide, Saponine, Sterole, Phenylpropanoylester, Lactone, Tannine und Cumarine. Bei sekundären Pflanzenstoffen, die zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden können, werden immer Extrakte der Pflanzen bzw. Pflanzenteile eingesetzt. Häufig werden auch nur Extrakte aus bestimmten Pflanzenteilen verwendet. So kommt z.B. das Curcumin, das aus Curcuma extrahiert wird, ausschließlich aus der Wurzel, dem Rhizom der Kurkuma-Pflanze. Das Artemisinin, das aus Artemisa Annua extrahiert wird, wird hingegen aus Blättern und Blüten gewonnen, die Wurzel enthält diesen Wirkstoff nicht.

Curcumin gegen Leishmaniose-Erreger

Zusammenfassend zeigen Daten aus Studien, dass die aus Pflanzen gewonnenen Substanzen ausgezeichnete Verbündete bei der Behandlung von Leishmaniose sein können, da sie immunstimulierende Wirkungen haben. Als Ziel der Behandlung von Leishmaniosen haben Studien die Verwendung von Heilpflanzen zur Anregung der Immunantwort bei Hunden untersucht. Eine Kombination von Miltefosin und Curcumin zeigte z.B. eine längere Lebensdauer der Lymphozyten (weiße Blutkörperchen, für Immunabwehr tätig) und erhöhte die Kapazität von Phagozyten bzw. Makrophagen (Fresszellen). Dieser Effekt wurde Curcumin zugeschrieben: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5328520/

Artemisia Annua – Beifußkraut erobert die pflanzliche Kräutermedizin

Eine Studie bzw. Zusammenfassung mehrerer Studien aus dem Iran untersuchte 2015 das Potential unterschiedlichster Pflanzen, auf die Leishmanien einzuwirken. Dabei wurden bekannte Pflanzen wie Knoblauch, Eukalyptus, Thymian, Schafgarbe und Beifuß, aber auch weniger als Heilpflanze bekannte Arten wie Berberitze, Kassie, Tara Spinosa und die Steppenraute betrachtet. Es wurden die unterschiedlichen Teile der medizinischen Heilpflanzen wie Blätter, Blüten, Stängel, Wurzel und Samen untersucht und dies in unterschiedlichen Aufbereitungen: Als alkoholische oder hydroalkoholische Lösung, als Pulver-Extrakt, in Nano-Aufbereitung und z.B. bei der kutanen Leishmaniose auch als Salbe. Der Wirkstoff der Pflanzenextrakte wurde sowohl oral verabreicht als auch injiziert. Einheimische Pflanzen, denen eine Wirkung gegen Leishmanien zugeschrieben werden können, sind Asteraceae (Korbblütler). Pflanzen dieser Familie scheinen bestimmte medizinische Eigenschaften zu haben, die gegen Leishmanien wirken. Zu den wirksamen Asteraceae Pflanzen dieser Familie gehören Artemisia und die Ringelblume. Einmal mehr sollen die bioaktiven Verbindungen von Artemisia (vor allem Artemisinin und Artemether) gegen lebensbedrohliche Krankheiten wie Leishmania wirksam sein. Artemisinin wird schon als Wirkstoff gegen Bakterien, Viren (wie Corona-Viren) und Krebs hoch gehandelt. Darüber hinaus hat Artemisinin eine gute antiparasitäre und antimalariäre Wirkung, ist sogar bereits als Wirkstoff gegen Malaria bei Menschen zugelassen. Für die anti-parasitäre Aktivität von Artemisia annua sind Terpenverbindungen verantwortlich, die antioxidative und krebsbekämpfende Wirkung des Beifuß-Extrakts wird vor allem Phenolen und Phenolverbindungen zugeschrieben. Aufgrund einiger Studien zur Wirksamkeit von Artemisinin aus Artemisia Annua (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25505453/ , https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25568967/) empfehlen sich Extrakte aus Artemisia als natürlicher und sicherer Wirkstoff für die Behandlung der viszeralen Leishmania, ggf. in Kombination mit Präparaten, die Curcumin enthalten sowie andere Pflanzenextrakte, die das Immunsystem stärken können. Bei der Verabreichung von Artemisia ist insbesondere auf die Dosierung zu achten sowie auf die Rolle, die Eisen bei der Aufnahme und Supplementierung von Artemisia-Produkten spielt.