Mineralstoffe

Wie wichtig sind Mineralstoffe für Tiere?

Egal für welches Futter man sich entscheidet, eines haben alle handelsüblichen Tierfuttersorten gemeinsam: Sie enthalten Mineralien. Es gibt verschiedene Mineralstoffe, die für gewöhnlich nach ihrer Bedarfsgröße eingeordnet werden: Zu den Makromineralien – also den mineralischen Stoffen, die in größerer Menge von Haustieren benötigt werden – gehören: Calcium, Magnesium, Phosphor, Kalium, Natrium und Chloride. Makromineralien werden auch als Mengenelemente bezeichnet, während Mikromineralien – auch Spurenelemente genannt – z.B. Eisen, Zink, Mangan, Kupfer, Selen und Jod sind. Nur weil die Mikro-Mineralien in geringeren Mengen benötigt werden, sind sie aber nicht weniger wichtig als die Makro-Mineralien.

Sind ausreichend Mineralstoffe in der Fertignahrung für Haustiere enthalten?

Die Mineralstoffe bzw. den Anteil der Mineralien findet man auf der Futtermittelverpackung unter den analytischen Bestandteilen als Rohasche wieder. Mineralien haben keinen Nährwert, Fettanteil oder Brennwert, sondern bleiben bei der Verbrennung – dies ist die Methode zur Ermittlung der Bestandteile – als Rohasche zurück. Das gibt auch schon einen Hinweis auf die Zusammensetzung der Mineralstoffe: Sie sind keine Moleküle, die aus mehreren Stoffen bestehen, sondern es sind chemischen Elemente, die wir aus dem Chemie-Unterricht von der Periodensystem-Tafel kennen: Ca, Mg, Zk usw. Gegenüber Vitaminen haben Mineralstoffe daher den Vorteil, dass sie nicht durch Kochen oder Bestrahlung kaputt gehen, sie bleiben erhalten. Allerdings können sie ungünstige Verbindungen mit anderen Stoffen eingehen, die dem Mineral zwar nicht schaden, aber zu einer anderen Verwertbarkeit für den Organismus führen. Diese Veränderung der biologischen Wertigkeit kann weitreichende Konsequenzen für die Ernährung Ihres Haustieres haben, genauso wie die Veränderung der Verbindung, die das Mineral eingeht, zu Mangelernährung bei Menschen führen kann. Wichtig ist daher, möglichst natürliche Verbindungen, also in der Natur vorkommende Verbindungen von Mineralien zu füttern. Natürliche Verbindungen werden optimal aufgenommen und vom Organismus verwertet. Es reicht also nicht zu wissen, dass Mineralstoffe im Futter sind, man muss auch auf die natürliche Verwertbarkeit achten. Heutzutage sind im nicht so hochwertigen Fertigfutter zwar Mineralstoffe enthalten, allerdings werden diese aufgrund ihrer billigen Produktionsweise häufig schlecht verwertet. Da ist man mit natürlich vorkommenden Mineral-Verbindungen wie Korallen, Spirulina, Weizengras oder Gerstengras, Grünlippmuschel usw. auf der sicheren Seite im Gegensatz zu chemisch und günstig im Labor hergestelltem Mineralfutter.

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Mineralstoffmangel trotz ausreichender Mineralstoff-Fütterung?

Während Vitamine aus eigener Kraft über den Darm in das Blut aufgenommen werden, brauchen alle Mineralstoffe, egal ob es Mikromineralien oder Makromineralien sind, als Hilfsmittel ein Transport-Molekül. Dies sind in der Regel Aminosäuren oder Proteine, die sich mit dem Mineral verbinden und gemeinsam als Verbund durch die Darmwand ins Blut gelangen. Sind nicht ausreichend Transportmoleküle – Enzyme – vorhanden, kann es trotz mineralienreicher Fütterung zu einem Mineralstoffmangel kommen. Auch mit zunehmendem Alter können durch schlechtere Aufnahme und Verwertung wichtiger Minerale Mangelzustände entstehen, die Erkrankungen des Tieres wie Muskel- und Nervenstörungen und Arthrose zur Folge haben. In der Regel hat ein junger gesunder Hund keinerlei Mängel. Die Natur sorgt dafür, dass der Nachwuchs aus dem Mutterleib genügend Mineralstoffe bekommt, notfalls auf Kosten der tragenden Hündin oder Katze. Während der Trächtigkeit sorgt der Organismus des Muttertiers für die optimale Verwertung des Futters insbesondere der enthaltenen wichtigen Vitamine und Mineralstoffe. Diese optimierte Verwertung kommt zuerst dem Nachwuchs zugute. Daher ist während und auch nach der Schwangerschaft eine gute Versorgung mit hochwertigem Futter und lebenswichtigen Mineralien und Vitaminen notwendig. Erst nach der Geburt der Welpen und Kitten kann es durch Mangelernährung, übermäßigen Stress, Verdauungsstörungen, Parasitenbefall oder später durch altersbedingte schlechtere Verwertung zu einem krankhaften Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen kommen. Um unnatürliche Belastungen – z.B. Entwurmung, chemischer Zecken- und Flohschutz, Konservierungsmittel und andere Zusatzstoffe des Futters – und Krankheiten abwehren zu können, muss immer ein ausreichend hoher Spiegel an Vitaminen und Mineralstoffen im Organismus sein. Ein ausbalancierter Haushalt unterstützt die Gesundheit Ihres Tieres und beugt Erkrankungen und Schäden durch Umweltbelastungen, Strahlungen, synthetischem Dünger, Medikamente und vielen weiteren Störfaktoren vor.

Wie ist es mit Barfen, bekommt mein Tier alle notwendigen Stoffe?

Wir verurteilen weder Tierbesitzer, die Fertigfutter verwenden noch jene, die barfen. Jeder entscheidet selbst, was das beste für sein Tier ist. Mit dem Barfen muss man sich ausgiebig beschäftigen, mit dem Fertigfutter vermeintlich nicht so sehr. In beiden Bereichen gibt es so viele Informationen, die falsch, missverständlich oder auch verwirrend sind. Braucht das Haustier denn nun wirklich nur Fleisch oder nicht noch anderes und wenn anderes, dann wie viel und in welchem Verhältnis? Da Obst und Gemüse durch ausgezehrte Böden und Monokulturen immer mehr an Mineralien und Vitaminen verlieren, reicht unter Umständen eine allgemeine Barf-Empfehlung von vor 20 Jahren gar nicht mehr aus. Dazu kommt, dass Obst und Gemüse von immer weiter her kommen und durch frühe Ernte und lange Transportwege einen geringeren Vitamin-Gehalt haben. Genauso wenig wie jeder Mensch genau die Aufteilung seiner optimalen Menge des Nahrungsmittel-Bedarfs inkl. Aminosäuren, Vitaminen und Mineralien kennt, kennen viele Barfer auch nicht die optimale Menge der Barf-Aufteilung, da jedes Individuum eben individuell ist. Daher können allgemeine Empfehlungen gar nicht auf alle Tiere zutreffen. Z.B. haben ja schon unterschiedliche Fleischsorten unterschiedliche Inhaltsstoffe, durch erhöhte körperliche Belastung werden unterschiedliche Vitamine und Mineralstoffe „verbraucht“, Tiere sind Stress durch Medikamente, Umwelt usw. ausgesetzt. Auch Stress „verbrennt“ Vitamine und Mineralien bzw. verursacht durch den Verbrauch eine höhere notwendige Zufuhr. Dabei kann man diese Unsicherheitsfaktoren und Schwankungen im Bedarf relativ einfach und gefahrlos ausgleichen, da der Organismus sich aus den zugefütterten dargebotenen Vitaminen und Mineralien das aussucht, was er braucht und der Rest wieder ausgeschieden wird. Allerdings müssen die Stoffe eben auch vorhanden sein und dem Körper tatsächlich auch angeboten werden. Ihr Haustier kann Ihnen nicht sagen, dass es irgendeinen Mangel hat, bei Menschen äußert sich ein Mangel hauptsächlich durch Hunger auf etwas bestimmtes. Bei Haustieren auftretende Mangelerscheinungen sind leider häufig schon erste ernste Anzeichen einer Erkrankung.

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Symptome eines Mineralstoffmangels

Woran erkennt man, dass ein Tier einen Mineralstoff-Mangel hat? Wie bereits erwähnt, fallen Mängel im Mineralien-Haushalt in der Regel erst nach ernsten Symptomen auf. Beobachten Sie Ihr Tier besonders gut und werden Sie aktiv bei ersten Anzeichen:

  • plötzlich wiederholt auftretende Unlust zum Spielen und Toben
  • chronische Schlappheit
  • Zittern, Zucken und Krämpfe
  • glanzloses Fell
  • schuppiges Hautbild
  • Änderung des Bewegungsbildes, das auf Erkrankungen von Knochen oder Gelenken hinweist
  • kürzere Ausdauer bei Spielen, Toben oder Sport, schnellere Erschöpfung
  • geschwächtes Immunsystem → vermehrte Infektanfälligkeit
  • vorzeitige Alterserscheinungen in Fellfarbe oder Bewegung
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit (unter Berücksichtigung des Alters)
  • Verstopfung, übermäßige Kotproduktion
  • starker Durst

Sinnvolle mineralische Ergänzung ist z.B. Novomineral