Zahnstein bei Katzen und Hunden

Als Zahnstein wird die Ablagerung auf Zähnen bezeichnet, die sich weder durch abkratzen noch abbürsten entfernen lässt. Zahnstein entsteht durch das Verfestigen von Calcium und Phosphat-Verbindungen innerhalb der Plaque, des weichen Zahnbelages. Diese mineralischen Verbindungen, die sich an den Tierzähnen einlagern, entstehen genau wie beim Menschen hauptsächlich durch falsche Ernährung. Dazu kommt eine genetische Veranlagung sowie gegebenenfalls eine zu kleine Kopfform, die dem Gebiss und den Zähnen zu wenig Platz lässt. Hunde- und Katzenbesitzer, die mehrere Tiere haben, die dasselbe Futter bekommen, stellen fest, dass es nicht an der Ernährung allein liegen kann, denn obwohl alle das gleiche Futter bekommen, haben nicht alle gleich ausgeprägt und gleich stark Zahnsteinbildung.

Wie sieht Zahnstein aus?

Zahnstein ist ein bräunlicher – gräulicher Belag auf den Zähnen, der als erstes in der Nähe des Zahnfleisches sichtbar ist und dann weiter nach unten „wächst“. Begleitet wird dieser Belag – auch ausgelöst durch den falschen pH-Wert – oft von einem unangenehmen Maulgeruch. In schlimmen Fällen entzündet sich das Zahnfleisch, Zahnfleischentzündungen werden von vielen Bakterien begleitet. Aus unbehandelten Entzündungen im Maul können chronische Zahnfleischentzündungen entstehen, als Folge bildet sich das Zahnfleisch zurück.

Erste Symptome von Zahnstein – auch Konkremente genannt:

  • Verfärbungen an den Reißzähnen
  • Spürbar raue Ablagerungen
  • Appetitlosigkeit
  • Mundgeruch
  • Zahnfleischentzündungen
  • Blutendes Zahnfleisch
  • zurückgebildetes Zahnfleisch
  • lockere Zähne
  • Eiter oder Zahnausfall

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Was ist die Ursache für Zahnstein?

Die Beläge, aus denen letztendlich der Zahnstein entsteht, sind Essensreste, die natürlich beim Fressen entstehen. Die Zusammensetzung des Speichels sowie eine zu kleine Kopfform, die die Anordnung der Zähne zusammenschiebt, nimmt entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Zahnbelages zum Zahnstein. Bei Katzen und Hunden, die immer wieder Zahnstein bekommen, besiedeln Bakterien die Zähne und der Speichel hat einen Bakterienwuchs fördernden pH-Wert. Durch dieses „schlechte“ Milieu bzw. Mundflora entsteht Mundgeruch und Zahnstein. Ist die Mundflora optimal, sorgen gute Bakterien dafür, dass die Zähne nicht mit schlechten Mikroben besiedelt werden. Der Belag verschwindet oder wird reduziert, ohne sich zu Zahnstein umzuwandeln. Indirekt hat dies mit dem Futter zu tun, denn viele Kohlenhydrate wie Getreide oder Zucker sorgen für eine Ausbreitung von schlechten Bakterien. Diese Mikroben schaden der gesunden Mund- und Maulflora und verändern den pH-Wert im Maul. Daher empfiehlt sich immer eine zucker- und getreidefreie Tiernahrung, das gilt sowohl für Nassfutter als auch oder gerade für Trockenfutter, das häufig Getreide enthält. Wichtig ist also eine gute Mundflora und der pH-Wert, der rund um die Zähne herrscht. Halten wir uns die natürliche Ernährung der Fleischfresser vor Augen und wie das Fressen abläuft, wird klar, dass eine der Natur nachempfundenen Ernährung am ehesten Zahnsteinbildung vermeidet.

Was kann man gegen Zahnstein tun?

  • Viele Katzen- und Hundebesitzer versuchen den Zahnstein und Mundgeruch mit Leckerlis in den Griff zu bekommen. Diese Produkte versprechen durch das Kauen einen Abrieb des Zahnsteins an den Zähnen, allerdings funktioniert dies nicht. Die von Zahnstein betroffenen Stellen werden durch die Kroketten gar nicht erreicht und die Zutaten enthalten meist die bereits o.g. Kohlenhydrate, die eher die Zahnsteinbildung fördern.
  • Zähne putzen – wenn der Hund sich das gefallen lässt, Katzen tun dies normalerweise nicht – hilft eingeschränkt, da es nur die Entwicklung des Belages zum Zahnstein herauszögert. Es können nicht immer alle Beläge entfernt werden und vor allen Dingen müsste man dies auch jedes Mal machen, wenn der Hund bzw. die Katze etwas frisst bzw. gerade gefressen hat.
  • In der Natur bekommen Fleischfresser keine vorgekochte oder zerteilte Nahrung. Sie erlegen das Beutetier und reißen mit ihren Zähnen große Fleischstücke von den Knochen. Dann werden noch die Knochen aufgebrochen, um an das Mark zu gelangen. Dadurch wird ein Schutz vor Zahnstein-Neubildung gegeben, denn die Zahnbeläge werden durch das Abreißen des Fleisches und das Kauen auf den Knochen gleichzeitig abgerieben. Durch die Anordnung der Zähne, die spitz zulaufen und nicht zu eng nebeneinander stehen, kann sich Zahnstein nicht in den Zwischenräumen ablagern.
  • Auch die Darmflora hat einen Einfluss auf die Mundflora, nicht nur die Mundflora muss in Ordnung sein, auch der pH-Wert des Hundedarms muss im richtigen Bereich liegen. Für die Darmflora helfen Mikroorganismen genau so effektiv wie für die Mundflora.

Wichtig ist also ein naturnahes, getreidefreies Futter, bitte achten Sie bei Hunden darauf, zusätzlich Knochen von Rind und Lamm zu verfüttern. Diese Knochen sollen nicht vorgekocht sein und dürfen gern noch Fleischreste zum Abreißen haben. Dadurch ist Ihr Vierbeiner gezwungen, die Zähne einzusetzen und so zu reinigen. Auch Büffelhautknochen sind beliebt und funktionell zu Zahnsteinvorbeugung.

Sorgen Sie also mit dem richtigen Futter und Knochen für eine gute Mundflora. Auch gute Mikroorganismen, die ähnlich den Probiotika dem Darm gut tun, können in der Mundflora angewendet werden. Diese sollten Sie täglich dem Futter oder dem Trinkwasser zugeben, um die Zahnsteinbildung schon im Keim zu ersticken.

Was tun, wenn das Tier bereits Zahnstein hat?

Um die Folgeschäden der Zahnsteinbildung zu vermeiden, hilft nur der Gang zum Tierarzt, er kann eine professionelle Zahnreinigung durchführen. In der Regel muss das Tier dafür unter Vollnarkose gesetzt werden, da die Tiere sich gegen die Behandlung zur Wehr setzen. Der Tierarzt nimmt die Reinigung der Zähne per Ultraschall und mit speziellen Zahnreinigungs-Geräten vor.